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Förde Podcast Kiel
Den Küstenabschnitt zwischen Kiel und Schleimünde teilen sich zwei Seehundjäger. Das sind Menschen mit einem Jagdschein, die sich als Beschützer von Meeressäugern verstehen und gerufen werden, wenn diese akut in Not sind. Peter Klink ist einer von ihnen. Wir trafen den Seehundmanager am 14. Mai in Grünwohld. 

"Im Zweifel wähl den Notruf 110"

Insgesamt gibt es an den Küsten Schleswig-Holsteins rund vierzig Seehundjäger. Die Mehrzahl ist an den langen Stränden der Nordsee eingesetzt. An der Ostsee sind es sechs. Jeweils zu zweit wachen sie über das Geschehen auf den drei Abschnitten - im Norden zwischen Flensburg und Schleimünde, die Mitte reicht bis Kiel, der Süden bis Fehmarn. Alle sind geprüfte Jäger. Ihr Oberster Dienstherr ist der Umweltminister. Sein Ministerium ernennt die Seehundjäger und stattet sie mit Dienstausweisen aus. 

Peter Klink fuhr Jahrzehnte lang zur See. Zuletzt als Schiffsoffizier auf dem Seenotrettungskreuzer Berlin der DGzRS in Laboe. Mit der heimischen Flora und Fauna machte ihn ein Nachbar und Ausbilder für Jungjäger vertraut. Vieles von dem, was der erzählte, war für Peter komplett neu. Für den Jagdschein musste er daher tüchtig pauken. Erst übernahm er ein Revier, ab 2015 zudem die ehrenamtliche Aufgabe eines Seehundjägers. 

Gemeinsam mit seinem Kollegen Werner Wietzker beobachtet Peter Klink das Aufkommen der Meeressäuger an der Küste. Tote Robben und Kleinwale müssen von ihnen geborgen werden. Kranke oder verletzte Robben bringen sie zur Seehundstation Friedrichskoog. Tiere, die nicht mehr transportfähig sind, sollen tierschutzgerecht getötet werden, damit deren Leiden rasch ein Ende hat. Zudem unterstützen beide wissenschaftliche Forschungsarbeiten, in dem sie ihre Beobachtungen und Funde dokumentieren und weitergeben. 

Im fünften Teil unserer Serie „Twin Cities“ begrüßen wir unsere Korrespondentin in Kaliningrad. Svetlana Kolbanjowa berichtet uns über die Errichtung einer Seehundstation unweit der Stadt. 

Wer uns sprechen, uns Anregungen zusenden oder mal bei einer Aufzeichnung dabei sein möchte, nutzt das Feedback-Formular unten auf dieser Seite. Oder kontaktiert uns via facebook, Instagram oder Twitter

Kapitel 1
Begrüßung. Wir sind zu Gast bei Peter Klink. Während wir unsere Geräte während der Aufzeichnung auf Flugmodus schalteten, musste sein Handy aktiv bleiben. Jederzeit könnte ein Notruf eingehen. Zu unseren Füssen wuselten am Ende zwei agile, aber wohlerzogene Jack Russell Terrier. 

Kapitel 2
Jagdrecht. An der Nordseeküste geht die jagdliche Nutzung von Seehunden auf eine über Jahrhunderte gepflegte Tradition zurück. Um ihn vor Ausrottung zu bewahren, wurde er 1934 ins Jagdrecht aufgenommen. Seit 1974 ist er ganzjährig geschützt. Seehundjäger haben jedoch die Pflicht, todkranken Tieren unnötige Leiden zu ersparen. So will es § 22a, Abs.1 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes (BJagdG), nachzulesen in Absatz 2.1 einer Richtlinie des Landes zur Behandlung aufgefundener Robben. An der deutschen Ostseeküste gilt der Seehund als Neubürger. Auch ihre schweren Cousins, die Kegelrobben, kommen erst seit rund30 Jahren in Schleswig-Holstein vor. Sie wie auch die kleinen Verwandten der Delphine, die Schweinswale, schützt das jüngere Naturschutzrecht. 

Kapitel 3
Bergen der Tiere. Kegelrobben sind die größten Raubtiere Deutschlands. Peter berichtet in diesem Kapitel von der Bergung eines zwei Meter langen und 150 Kilogramm schweren Tieres an der Steilküste. 

Kapitel 4
Tierkrankheiten. Gestrandete Meeressäuger, ob leblos oder noch lebendig, sollten auf keinen Fall angefasst werden. Sie können nicht nur kräftig beißen, sondern sind selbst in gesundem Zustand für den Menschen infektiös. 

Kapitel 5
Delfin Lucy. Im Februar 2020 wurde in der Eckernförder Bucht ein Delfin gesichtet. Peter berichtet vom Schicksal dieses Weibchens

Kapitel 6
Strandungen. In der westlichen Ostsee leben schätzungsweise 20.000 Seehunde. Um 37 Strandungen im Küstenabschnitt Mitte musste sich Peter 2020 kümmern. Darunter waren zur Hälfte Schweinswale. Aktuell zählt er insgesamt bereits 24 Tiere. Werden Jungtiere zu früh im Jahr geboren, wenn das Nahrungsangebot noch zu knapp ist, verhungern sie. Das sei grausam aber natürlich. 

Kapitel 7
Sichtungen.
Wer einen Meeressäuger am Strand liegen sieht, sollte Abstand halten, um aus der Ferne zu beurteilen, ob das Wildtier Hilfe braucht. Peter rät dazu, in dem Fall die Nummer der Polizei zu wählen. Generell helfen Sichtungen von Meeressäugern, deren Aufenthaltsgebiete zu analysieren. Melden lassen sie sich über die App OstSeeTiere

Kapitel 8
Ehrenamt. Das Seehundmanagement ist ein reines Ehrenamt. Peter berichtet in diesem Kapitel wie er dazu kam. 

Kapitel 9
Twin Cities (Städtepartnerschaft).  Per StudioLink zugeschaltet war uns Svetlana Kolbanjowa. Sie berichtet von einer Station für die Zwischenhaltung verwundeter oder kranker Seehunde, die unweit von Kaliningrad errichtet wird. Das Projekt finanziert sich aus Fördermitteln eines Fonds von Präsident Wladimir Putin sowie aus Spenden. 


Die Rubrik "Städtepartnerschaft" wird gefördert von




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